Rathausplatz

Ideen FÜR einen Plan B für die Stadtmitte

Rathausplatz-Baustelle mit dem Bergbräu-Areal im Hintergrund
Rathausplatz-Baustelle mit der angrenzenden Turmschule

Kein Thema bewegt die Leimener*innen zur Zeit so sehr wie die Diskussion um die Bebauung der Stadtmitte, die auch „Treffpunkt Leimen“ genannt wird. Seit vielen Jahren präsentiert sich uns dort eine unansehn­liche Brache, die sich vor kurzem in eine Sandgrube verwandelt hat.

Die Pläne für die Bebauung sind genauso vielfältig wie bisher erfolglos. Zuletzt machte die Insolvenz eines Investors Schlagzeilen und anschließend die vergebliche Neuausschreibung des Stadthauses. Gegenwärtig will zwischen dem alten Rathaus und der Krone niemand bauen.

Nun wird die Diskussion wieder spannend. Soll man an dem bisherigen Plan festhalten, und das Gelände wieder und wieder ausschreiben, bis sich vielleicht ein Investor erbarmt und dann hoffen, dass er nicht wieder Pleite geht, oder verabschiedet man sich und wählt die sichere und schnellere Methode und die Stadt baut selbst darauf? Kommunalen Bedarf gibt es genug. Bisher hat die Stadt die Vorstellung an Stelle der abgerissenen Musikschule ein neues Gebäude zu erstellen, in dem auch Hort und Kernzeit unterkommen sollen. Unser Plan B würde auf dieses Gebäude verzichten und stattdessen den Schulhof größer machen.Die Nutzungen kommen im Bildungshaus (bisher Stadthaus) unter, gemeinsam mit der Stadtbücherei, die auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen bekommt, dem städtischen Archiv, einem Café. Damit wären die Kultur- und Bildungseinrichtungen prominent in der Stadtmitte verankert und könnten zur Belebung des Rathausplatzes nicht nur tagsüber sondern auch am Abend beitragen. Man kann sich da vieles vorstellen, zum Beispiel einen Balkon im ersten Stock von dem aus die Musikschule Konzerte spielen kann, oder eine Leinwand für Open Air Kino oder Public Viewing.

Den Schulhof wollen wir mit unserem Plan B aus Kindersicht denken, statt ihn als Anhängsel an die Tiefgarage zu betrachten. Nach bisheriger Kostenschätzung wird der Schulhof über drei Millionen kosten. Das hängt vor allem damit zusammen, dass er auf drei Ebenen errichtet werden soll, und an die Bedingungen der Tiefgarage angepasst ist. Wenn man auf die Tiefgarage verzichtet und den Schulhof auf einer Ebene baut, kann man erhebliche Kosten sparen, muss nicht europaweit ausschreiben, was ebenfalls Zeit und Geld spart. Darüber hinaus ist man flexibler in der Anlage von Spielflächen und Begrünung. Arbeitet man mit wasserdurchlässigem Belag, hat das noch einen weiteren klimatischen Vorteil. Statt eine teure Regenwasserbeseitigung zu bauen, hat man eine große Versickerungsfläche (Schwammstadt) für kommende Starkregenereignisse.

Noch ein paar Worte zu Parkplätzen. Die GALL wird gerne dafür kritisiert, dass sie die Tiefgarage nicht will. Das wird dann gerne so dargestellt, dass wir auf notwendige Parkplätze verzichten wollen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Die Tiefgarage ist die teuerste, unflexibelste und am schlechtesten platzierte Möglichkeit PKW unter zu bringen. Wir sind die einzige Fraktion, die sich über Alternativen Gedanken gemacht hat. Das Postgelände steht seit Jahren leer und ist in städtischem Besitz. Mit dem Abriss des Postgebäudes und dem einebnen der Fläche lassen sich viele günstige Parkplätze herstellen. Wenn das nicht reichen sollte können darüber Parkdecks errichtet werden. Diese sind sowohl billiger, als auch flexibler auf den Bedarf zuzuschneiden. Und sie liegen nicht in einem verkehrsberuhigten Bereich.